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Wunderwaffe Musik

Corporate Music – ein Interview mit David Heintz

magenta: Herr Heintz, welchen Einfluss hat Musik auf Menschen und wie nimmt der Mensch Musik überhaupt wahr?

David Heintz: Musik, die ja, rein wissenschaftlich nichts weiter als Schwingungen, also bewegte Luft ist, wirkt sehr direkt auf den Menschen ein. Musik kann bestens dazu verwendet werden, um Gefühle zu erzeugen, da die Nervenbahnen zum großen Teil vom Ohr direkt in das Stammhirn führen und im dortigen limbischen System, dem Zentrum unserer Gefühle, unmittelbar Vertrauen, Angst, Freude, Gänsehaut oder Tränen hervorrufen können.

magenta: Und solche Gefühle kann man bewusst produzieren?

David Heintz: Ja sicher! Musik kann ich so einsetzen, dass der Mensch dies bewusst oder unbewusst, positiv oder negativ wahrnimmt. Ich will dazu ein paar Beispiele nennen:

Vor allem in der Filmmusik wird mit Dissonanzen und absichtlich erzeugten Missklängen gearbeitet um bewusst negative Emotionen auszulösen. Zum Beispiel mit hohen, kratzenden Violinen, um echte Horrorgefühle zu erzeugen, wenn im Film der Psychopath mit dem Ausbein-Beil in der dunklen Gasse steht. Dieselbe Szene mit dem Song “lebt denn der alte Holzmichel noch?” würde vermutlich eine andere Wirkung haben.

Oder bewusst positiv. Mozarts Musik wirkt durch den großen Anteil hoher Frequenzen stimmungsaufhellend und leistungsfördernd. Hier wird Musik also bewusst positiv eingesetzt. Aber auch in der Medizin kann Musik, z.B. in der Schmerztherapie oder zur Entspannung mit sehr positiver Wirkung eingesetzt werden. Einen Menschen allerdings unbewusst mit negativ wirkenden Frequenzen auszusetzen, die er akustisch vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen kann, mag bei Filmszenen noch zu vertreten sein.

Während des 2. Weltkrieges wurde sogar mit Bass-Kanonen experimentiert, deren ultratiefen Bassfrequenzen dem Gegner Angst einflößen sollten.

magenta: Ist es denn für Sie vertretbar, Menschen unbewusst mit Musik zu beeinflussen oder zu manipulieren?

David Heintz: Nun ja, die unbewusst-negative Beeinflussung ist sicher – mal abgesehen vom Unterhaltungsfilm – moralisch bedenklich. Die unbewusste Beeinflussung kann ich aber zur positiven Wirkung nutzen, um Menschen z.B. Ängste zu nehmen, etwa in Fahrstühlen oder um dem Besucher von leeren Bankfilialen das beklommene Gefühl des Alleinseins zu nehmen.

In Kaufhäusern wird rund um die Uhr Musik eingespielt, die den Biorhythmus und damit die Kauffreude der Kunden unterstützen soll. Das funktioniert auch bei vielen Menschen. Menschen, die gerne aber bewusst Musik genießen, empfinden solche Praktiken meist eher als akustische Umweltverschmutzung – dieser Schuss kann also auch nach hinten losgehen.

magenta: Herr Heintz, im Consumer-Bereich ist Musik, ob Musik-Trailer eines TV-Spots oder Jingles wie „Musterhausküchen-Fachgeschäft“ oder das Telekom “di di di di ding” nicht mehr wegzudenken, welche Einsatzmöglichkeiten sehen Sie denn im B-to-B-Bereich?

David Heintz: Das fängt bei Telefon-Warteschleifen an, geht über Veranstaltungen und Präsentationen und hört bei Unternehmensfilmen noch nicht auf. Ich denke an Websites, Online-Banner, oder den Bereich der Podcats – eine ganz neue Online-Kommunikationsform mit Elementen aus dem klassischen Film, also Bewegtbild, Sound, Musik.

Die B-to-B-Kommunikation wird im Zeitalter von iPod und Co. auf Podcasts ausgeweitet werden. Die filmartig aufgebauten Informationen können z.B. während der Auto/Zugfahrt gehört werden, statt sie in der kostbaren übrigen Zeit lesen zu müssen. Wichtige oder langatmigere Passagen können durch akustische “Bullet-Points”, O-Ton-Einspielungen oder Live-Interviews … und natürlich Musik… aufpeppt werden. Oder Websites selbst: geschickte platzierte, hintergründige Musik oder Sounds und Podcasts signalisieren: “Wir sind am Puls der Zeit!” Testen Sie das doch mal an diesem Beispiel, das ich Ihnen mitgebracht habe: hier klicken – Schalten Sie nach einer Weile die Musik mal aus. – Merken Sie was?

magenta: Zugegeben, ohne die Musik, kommt keine Emotion bei mir auf. Das ist ein tolles Beispiel!

David Heintz: Noch mal zu meinem ersten Beispiel: Eine professionelle Telefonanlagenmusik, die auf das Image des Unternehmens zugeschnitten ist oder individuelle Anrufbeantworter-Ansagen vermitteln dem Anrufer und Business-Partner: Hier wird professionell gearbeitet.

Oder eine Hauptversammlung, eine Präsentation oder Firmenveranstaltung, die mit einer tollen Musik zum Unternehmen passenden Musik eröffnet wird, vermittelt mit Sicherheit ein besseres Gefühl als nur ein schlichtes “guten Tag meine Damen und Herren”.

Bei Vorträgen und PPPs können akustische “Bullet Points” im Soundesign der Firma die Message stark unterstützen und auflockern. Auch Grafiken lassen sich mit spannenden Sounds unterlegen, die leise und möglichst subliminal die Spannung erhöhen und so die Aufmerksamkeit der Zuhörer erhöhen.

magenta: Welchen Stellenwert hat Musik in moderner Kommunikation?

David Heintz: Überall dort wo man alle Möglichkeiten ausreizen will, die Message ankommen zu lassen! Mit wenig Mehraufwand kann viel erreicht werden.

magenta: Wie stehen Sie zu Archivmusik, also zu Musik von der Stange im Vergleich zu Ihrem Ansatz Corporate Musik?

David Heintz: Archivmusik muss nicht unbedingt schlecht sein. Auch ich schöpfe aus einem großen Archiv mit Klängen aus der Natur, Geräusche von allem möglichen, die ich bei Bedarf in meine Kompositionen einbauen kann. Im Vergleich zur Archivmusik ist die neu komponierte Musik, die auf ein Thema oder ein Unternehmen zugeschnitten ist, natürlich etwas ganz eigenständiges, individuelles, das zur musikalischen Visitenkarten des Unternehmens wird. Es ist eben schon ein riesiger Unterschied, ob ein Unternehmensfilm wie bei einem privaten Diavortrag mit irgendeiner Musik hinterlegt ist, oder ob die Musik speziell auf die Dramaturgie des Filmes komponiert ist und sich die beabsichtigten Emotionen einstellen.

magenta: Was macht gute Musik für Sie aus?

David Heintz: Unaufdringlich, nicht zu laut, nicht ständig, nicht nur Musik, sondern auch Atmos und kleine musikalische Logos können sehr ansprechend sein. Vergleichbar mit Parfum. Nicht jeder mag es, aber sparsam aufgetragen und sorgsam, zum Typ passend ausgesucht, kann es sehr angenehm wirken.

magenta: Wie entsteht ein Musikstück?

David Heintz: Für mich im Park, mit einer akustischen Gitarre und Notenpapier. Das berühmte weiße Blatt braucht eine in möglichst inspirierender Umgebung komponierte und empfundene melodiöse oder harmonische Struktur. Aus der Stille kommen die besten Ideen.

magenta: Wo fängt Musik an?

David Heintz: …im Bauch!… über das Herz zum Hirn und von dort auf irgendeinen technischen Weg auf eine Audiodatei.

magenta: Vielen Dank für das Gespräch.

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